Was hat der Koalitionsvertrag [PDF]::http://www.cdu.de/doc/pdfc/091024-koalitionsvertrag-cducsu-fdp.pdf zwischen CDUCSU und FDP zu “Freiheit und Sicherheit” zu sagen? Den Rest des Beitrags lesen »
Archiv für Oktober, 2009
4 Jahre Freiheit und Sicherheit
26. Oktober 2009Habe ich ein mentales Lexikon?
25. Oktober 2009Wie verstehen Menschen Sprache, und wie entwickelt sich diese Fähigkeit? Das neurokognitive System, das die Grundlage für eine normale beziehungsweise beeinträchtigte Sprachverarbeitung bildet, ist bisher noch nicht angemessen charakterisiert worden. Die Forscher sind sich nicht einig, ob bestimmte Subsysteme unseres Gehirns, die uns ein Sprachverständnis ermöglichen, parallel oder seriell miteinander arbeiten.

Dr. Claudia Friedrich, Psychologin an der Universität Hamburg, benutzt EEG-Aufnahmen von Event-related Brain Potentials (ERPs), einem Maßstab für neuronale Aktivität, um bei Kindern Störungen in der Sprachentwicklung und beim Lesen-Lernen zu verstehen und möglicherweise behandeln zu können. Die elektrischen Aktivitäten des Gehirns werden durch Aufzeichnung der Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche gemessen. So werden die Hirnströme ermittelt, die entstehen, wenn die Kinder verschiedene Wörter oder Sätze hören. Bisher konnte Dr. Friedrich auf diese Weise bereits zeigen, dass der Erwerb der Schriftsprache die Verarbeitung gesprochener Sprache im Hirn beeinflusst.
Dr. Friedrichs aktuelles Projekt, A neurodevelopmental approach to human language processing, wird vom European Research Councill mit 822.000 Euro gefördert. Sie will ein neurolinguistisches Modell schaffen, das sowohl den Spracherwerb bei Kindern als auch die funktionale Organisation des Sprachverarbeitungssystems bei Erwachsenen beschreibt. Gibt es eine darstellbare Repräsentation von Sprache in unserem Hirn, eine art “mentales Lexikon”, und wenn ja, wie ist es strukturiert? Das Projekt läuft seit etwa anderthalb Jahren; mal sehen, ob es schon Zwischenergebnisse gibt.
Gold am Sonntag
25. Oktober 2009Zur Feier das Tages gönne ich mir den unglaubliche DJ Rafik aus Düsseldorf, der die Routine, mit der er 2007 DMC World Champion geworden ist, für ein Video neu aufgenommen hat, unter Benutzung der Meisterschaftstrophäe, eines Sets aus vergoldeten Technics-Plattensp8ielern und-Mischpult..
Ich habe ihn schon ein paarmal live gesehen, und er ist wirklich so gut, wie er im Video aussieht.
(via Kid Fresh)
Zeitsenken
24. Oktober 2009Facebook erweist sich vom Start weg als die Zeitsenke, die ich so lange gemieden habe, und zwar nich nur wegen des neuen Datenstroms, der verarbeitet werden will, der Anfragen und der Anstupserei, sondern auch als Zeitsenke 2. Grades. Jojo pinnt mir Links zu erlesenen Brazil-Videos auf YouTube, einer weiteren gefürchteten ZS, an die Wand.
Also versenke ich fünfeinhalb Minuten in eine Aufnahme aus dem Jahr 1976, in der der Gott der funky Brazil-Gitarre, Paco de Lucia, mit seiner Band den Klassiker Entre dos aguas spielt.
Und noch einmal acht Minuten in die Handanimation zu Aquarela do Brasil, einem Mikromusical featuring Donald Duck und José Carioca, gesungen von José Oliveira, eine Disney-Produktion von 1942. Hammer.
Darf…nicht…klicken…!
Unverhofft
23. Oktober 2009Mit dieser Anfrage hatte ich nicht gerechnet: Prof. Dr. Ulrike Bergermann von der von der frisch gegründeten Zeitschrift für Medienwissenschaft bat darum, in ihrer ersten Ausgabe meinen zuerst bei TELEPOLIS erschienenen Artikel Hunch – der Entscheidungsbaum als Soziales Objekt nachdrucken zu dürfen.
Na ja, warum nicht? Dieser Tage fand ich mein Belegexemplar im Briefkasten, danke, und tatsächlich, da findet der Text über Entscheudungsbäume nun auf echten toten Bäumen statt, in ungewohnt akademischem Umfeld. Was ich cool finde, weil in diesem Heft auch ein Interview mit Friedrich Kittler abgedruckt ist. Als ich Mitte der 80er Jahre meinen ersten Computer kaufte, einen 8086er mit MS-DOS 3.1 und fetten 640 KB Arbeitsspeicher, da war Kittler aus meiner Sicht der Einzige im deutschsprachigen Raum, der – in Aufschreibesysteme 1800/1900 und in Grammophon Film Typewriter – eine moderne und ausnahmsweise mal nicht technik-feindliche Beschreibung des Computers und seiner Möglichkeiten lieferte, kompatibel mit den fortschrittlichsten der damaligen Popkultur-Theorien. Er erklärte mir die Turingmaschine und gab 1987, zusammen mit Bernhard Dotzler, einen Band mit deutschen Übersetzungen der wichtigsten Texte Alan Turings heraus, inklusive des alles entscheidenden Über berechenbare Zahlen mit einer Anwendung auf das Entscheidungsproblem (leider steht nur das englische Original im Netz).
Später habe ich ihn dann aus den Augen verloren, weil ich mich vor allem für das interessierte, was mit Turing seinen Anfang nahm, und den Eindruck hatte, Kittler interessiere sich vor allem für das, was mit Turing seinen Abschluss fand. Überhaupt muß ich zugeben, dass ich die letzten 20 Jahre Medientheorie in Deutschland glatt verpasst habe, was wohl daran liegt, dass ich mich stark auf das Geschehen in der internationalen Praxis konzentriert habe. Aber wo ich jetzt schon da gedruckt werde, ist es natürlich höchste Zeit, Versäumtes nachzuholen. Offenbar hat es in der Zwischenzeit einen “Sonderweg deutsche Medienwissenschaft” gegeben, der allerdings, o Wunder, mittlerweile schon wieder für entbehrlich erklärt worden ist. Wenn man nicht ständig aufpasst…
